Tipps im Umgang mit Angst

Wahrscheinlich zermartern Sie sich den Kopf darüber, was Sie tun können, um Angstanfälle zu verhindern, wenn Sie an einen Ort Ihrer Angst gehen müssen oder wenn Sie beabsichtigen, sich Ihren Ängsten auszusetzen.

Hier möchte ich Ihnen ein paar Tipps zum liebevollen Umgang mit Angst geben:

  1. Zunächst ist es sehr hilfreich, sich einzugestehen, eine Angststörung zu haben und, dass Sie Hilfe brauchen, um wieder heil zu werden. Wenn Sie einen hartnäckigen Husten haben, gehen Sie doch auch zum Arzt, oder? Ich finde, es ist an der Zeit, dass psychische Störungen, wie Angststörungen, endlich als etwas Behandelbares betrachtet und aus ihrer Tabuzone befreit werden.
  2. Geben Sie Ihrer Angst Raum: Es hilft nicht, die Angst zu wegzuwünschen, zu bekämpfen oder gar zu verleugnen. Denken Sie an einen Hund oder eine Katze, die Sie in einen Käfig gesperrt haben. Um so mehr Sie sie ignorieren, umso mehr machen sie sich bemerkbar. Erst, wenn Sie sich liebevoll um die Tiere kümmern, beruhigt es sich.
  3. Achtsamkeitsübungen sind sehr hilfreich. Machen Sie täglich mindestens eine Viertelstunde lang eine Achtsamkeitsübung. Setzen Sie sich aufrecht hin, achten Sie auf ihren Atem, lassen Sie ihre Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen kommen und gehen. Gefühle kommen, steigern sich und gehen wieder. Beobachten Sie sie nur. Steigern Sie sich nicht in Sie hinein, versuchen Sie nicht, Sie festzuhalten, versuchen Sie nicht, sie zu ändern. Sie dauern nicht ewig. Allein zu beobachten, hilft schon ungemein.
  4. Auch Autogenes Training oder Muskelentspannung nach Jacobson sind sehr effektiv. Anleitungen dazu finden Sie in der Literaturliste unten.
  5. Wenn Sie schließlich in die angstvolle Situation kommen, können Sie schon im Vorfeld eine Angstattacke vermeiden. Sie können dies tun, indem Sie sich klar machen, dass die Situation ungefährlich, ja harmlos ist. Beobachten Sie die anderen Menschen, sehen Sie nervös oder ängstlich aus? Sehen Sie aus, als würde die Erde beben? Wenn nicht, wissen Sie, die Angst ist nur in Ihrem Kopf.
  6. Spüren Sie leichte Angst aufkommen, sei es in Form von Schwindel, Zittern oder Benommenheitsgefühl, nehmen Sie den Atem als Anker, fühlen Sie Ihren Körper, ihre Beine, fühlen Sie, dass Sie fest auf dem Boden stehen und der Boden nicht wankt, fühlen Sie in sich hinein, wie in der Achtsamkeitsübung oder dem Entspannungstraining.
  7. Feiern Sie jeden einzelnen Fortschritt im Umgang mit der Angst. Sei es, dass Sie es geschafft haben, einer kurzen Unterhaltung standzuhalten, auch wenn Sie das bekannte Kribbeln oder Herzrasen wahrgenommen haben, sei es, dass sie einen kurzen Einkauf getätigt oder einen hohen Ort erklommen haben.
  8. Denken Sie daran: Es kommt nicht darauf an, dies alles ohne Angst zu tun, sondern trotz Angst.

Hinweise für Zuhause:

Ich haben Ihnen einen Liste mit Hörbüchern und Büchern zusammengestellt, die mir sehr gut geholfen haben:

Hörbücher:

Kornfield, Jack, Meditation für Anfänger: + CD mit 6 geführten Meditationen für Einsicht, innere Klarheit und Mitempfinden: Inklusive einer CD mit sechs geführten … Einsicht, innere Klarheit und Mitempfinden

Hanson, Rick, Mendius, Richard, Meditationen, um das Gehirn zu verändern (Wie wir unsere Nervenbahnen neu verdrahten – gesprochen von Erich Räuker und Andreas Gröber) Audio-CD – Hörbuch, 30. September 2010

Frucht, Stephan, Dr, Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson Audio-CD – 2011

Bücher:

Ballet de Coquereaumnat, Marie-France und Emmanuel, Endlich Angstfrei, begegne deinem inneren Kind und besiege deine Angst, in 21 Tagen zu mehr Ausgeglichenheit, München, 2017.

Germer, Christopher, Der achtsame Weg zur Selbstliebe, Wie man sich vor destruktiven Gedanken und Gefühlen befreit, Freiburg, 2010.

Rosenberg, Marshall, B, Gewaltfreie Kommunikation, Sprache des Lebens, Paderborn, 2016.

Bourne, Edmund, J. Bourne, Arbeitsbuch, Ängste und Phobien, Schritt für Schritt Übungen und Meditationen zum Umgang mit Panik, negativen Selbstgesprächen, falschen Glaubenssätzen, und angstauslösenden Körperzuständen, München 2008